Um den Alltag im Ausland reibungslos bewerkstelligen zu können, ist neben einer ausreichenden Versorgung mit Bargeld auch die Kreditkarte nicht mehr wegzudenken. In Deutschland wird für gewöhnlich ein Großteil der Transaktionen mit Bargeld abgewickelt, in anderen Ländern ist der Umstieg auf elektronische Zahlungswege bereits um einiges weiter fortgeschritten. In Schottland bzw. in Großbritannien allgemein ist es mittlerweile durchaus üblich auch Kleinstbeträge mit einer Kreditkarte zu zahlen und Bargeld mit dieser abzuheben. Es lohnt sich daher sehr, einen Vergleich verschiedener Kartenanbieter und deren Konditionen aufzustellen. Nachfolgend möchten wir unsere Erfahrungen mit euch teilen und eine optimale Lösung vorstellen, die ebenfalls eine breite Akzeptanz unter den Studierenden im Ausland genießt.

Information vorweg: Die Banken in Schottland bieten keinen Bargeld-Wechsel für Nichtkunden an, d.h. als Tourist oder Student im Ausland hat man bei einem längeren Aufenthalt zunächst ein riesen Problem! Im nachfolgenden Abschnitt bieten wir einen entsprechenden Lösungsansatz an – wir empfehlen euch keinesfalls unvorbereitet ins mehrmonatige Auslandssemester zu starten.

Bargeldversorgung im Ausland

Wer im europäischen Ausland verreist, hat dank dem Euro für gewöhnlich keinerlei Probleme mit der Bargeldversorgung vor Ort. Anders sieht dies jedoch in Schottland aus, da auch in diesem Teil Großbritanniens der britsche Pfund Sterling als offizielles Zahlungsmittel gilt. Die Schotten haben jedoch eine eigene Währung, welche sich allerdings nur optisch von dem englischen Pfund unterscheidet. Die schottischen Banknoten werden von der Bank of Scotland, Royal Bank of Scotland und der Clydesdale Bank in verschiedenen Varianten herausgegeben. Offiziell sind diese zwar kein gesetzliches Zahlungsmittel, verbriefen jedoch das Recht auf Umtausch in britische Pfund und werden somit grundsätzlich überall akzeptiert. Obwohl angeblich eine Nutzung in England nicht möglich sei, konnten wir während unseres Tagestrips nach York problemlos mit schottischem Pfund bezahlen.

Zum Abheben des Geldes eignen sich die vielzählig vorhandenen Geldautomaten, denn in Edinburgh kann man gefühlt an jeder zweiten Ecke Geld ziehen. Mit der richtigen Kreditkarte ist dies sogar vollkommen kostenlos möglich. Wir konnten durch die richtige Auswahl des Anbieters eine Menge Gebühren sparen, da dieser keinerlei Transaktionskosten im Ausland erhoben hat. Im nächsten Abschnitt zeigen wir euch wie dies funktionierte und welche langfristigen Einsparmöglichkeiten sich ergeben haben.

Kreditkarten im Ausland

Kreditkarten werden weltweit immer beliebter, auch in Schottland nehmen die Kartenzahlungen immer weiter zu. Neben der Bargeldabhebung wird dieses Zahlungsmittel selbst für Kleinstbeträge, z.B. zum Kauf eines Pints Bier im Pub, gerne genutzt. Für ausländische Besucher empfiehlt es sich daher auf jeden Fall, eine Kreditkarte vor Reisebeginn zu beantragen. Wichtig ist hierbei, dass der Kartenaussteller keinerlei Gebühren für Bargeldabhebungen und Transaktionen in ausländischer Währung verlangt (das sogenannte Auslandseinsatzentgelt). Je länger der Aufenthalt im Ausland dauert, desto mehr lässt sich hierbei natürlich einsparen. Außerdem zu beachten ist die Euro-Conversion an den Geldautomaten. Die Abhebungen sind zwar grundsätzlich kostenfrei, es wird jedoch eine erhebliche Gebühr (3% und mehr!) erhoben sofern auf der Abrechnung der Kreditkarte ein Eurobetrag ausgewiesen sein soll. Es sollte daher unbedingt darauf geachtet werden das Bargeld „without conversion“ abzuheben, d.h. eurem Kreditkartenanbieter wird ein Betrag in britischen Pfund, ohne vorherige Umwandlung in Euro, in Rechnung gestellt:

Zahlungsmittel Kreditkarte Kosten Geldautomat

Die Geldautomaten zeigen übrigens den Betrag inklusive möglicher Nebenkosten an, bei einem guten Kreditkartenanbieter wie z.B. der DBK-Bank wird auf der Abrechnung allerdings stets ein weitaus günstigerer Wert ausgewiesen. Der angezeigte, sehr schlechte Wechselkurs von 1,3102€ kann daher ignoriert werden.

Die nachfolgende Tabelle soll aufzeigen, wie stark sich die Gebühren einer Kreditkarte und die Conversion-Kosten auf die Abhebungssumme ausüben. Die dargestellten Transaktionen erfolgten innerhalb von zwei Wochen, nennenswerte Wechselkursschwankungen (EUR/GBP) waren in diesem Zeitraum nicht zu verzeichnen. Es handelte sich hierbei um tatsächlich entstandene Kosten die wir zum besseren Vergleich jedoch auf jeweils 1.000£ Abhebungssumme angepasst haben:

AnbieterSumme in PfundUmrechnungskursSumme in Euro
Sparkasse in Deutschland1.000,00£1,268€1.267,62 €
Geldautomat mit Conversion-Cost (DKB)1.000,00£1,248€1.248,00 €
Geldautomat ohne Conversion-Cost (DKB)1.000,00£1,167€1.166,67 €
Lesebeispiel:
Für 1£ mussten wir bei unserer heimischen Sparkasse ganze 1,268€ zahlen, mit DKB-Karte ohne Conversion-Cost vor Ort nur 1,167€ für den exakt gleichen Betrag. Bei einer Abhebung von 1.000£ wurden somit über 100€ eingespart!

Für dieses Wissen wären wir vor unserem Auslandsaufenthaltes sehr dankbar gewesen, denn wie ihr seht haben wir zuhause in Deutschland einen extrem schlechten Wechselkurs für unseren Bargeldvorrat bekommen. Hinzu kamen sogar noch 2,50€ Bearbeitungsgebühren der Sparkasse, die nicht in den 1,268€ berücksichtigt wurden!

Fazit und Empfehlung

Sofern nur einige wenige Abhebungen getätigt und geringe Summen benötigt werden, wirken sich die oben genannten Differenzen noch nicht wirklich tragisch auf euer Budget aus. In der Regel benötigt man bei längeren Auslandsaufenthalten jedoch größere Summen und man hebt im Laufe der Zeit mehrere tausend Pfund am Automaten ab (siehe: Kosten und Finanzierung). Eine Auszahlungsdifferenz von ca. 0,10€ (~8%!) für jeden abgehobenen Pfund macht sich hierbei im Laufe der Zeit extrem bemerkbar. Pro 1.000£ können z.B. hierbei bis zu 100€ eingespart werden, nur durch den Einsatz eines kostengünstigen Anbieters! Gerade Studenten können diese Ersparnis sehr gut ausnutzen, denn neben dem Studium stehen meist auch größere Investitionen bei der Erkundung des Landes an.

Julia und ich haben während unseres gesamten Auslandssemesters in Edinburgh die kostenlose Kreditkarte der DKB-Bank (DKB-Cash) genutzt und waren mit dem Service und den Leistungen sehr zufrieden.

DKB Kreditkarte

Es handelt sich um einen der wenigen Anbieter, welche keinerlei Gebühren für die Bargeldabhebungen im Ausland verlangen, jegliche Auslandseinsatzgebühren blieben uns somit erspart! Wir haben sogar noch einen Guthabenzins i.H.v. 0,2% auf unsere Einzahlungen erhalten. Die Abrechnung erfolgte stets zu sehr fairen Wechselkursen und war sehr einfach nachzuvollziehen. Die Antragstellung lief ebenfalls relativ unkompliziert (sogar per Webcam-Identifizierung, ohne Post-Ident-Verfahren) und die Karte war innerhalb weniger Tage im Briefkasten. Neben den vielen Bargeldabhebungen haben wir die Karte natürlich auch zum Shoppen genutzt und konnten damit unsere Tagesausflüge in die Highlands bezahlen. Unsere gewöhnlichen EC-Bankkarten (Maestro) haben wir überhaupt nicht gebraucht, entweder wurde diese nicht akzeptiert oder der Einsatz war schlichtweg zu teuer.

Wir hoffen, dass euch diese Hinweise die Abwicklung der Auslandszahlungen erleichtert. Solltet ihr weitere Fragen zur den Zahlungsmitteln oder zur DKB-Bank haben, zögert nicht uns zu kontaktieren. Auch für Vorschläge anderer (vielleicht sogar noch besserer) Kreditkartenanbieter sind wir natürlich offen. Bislang konnten wir jedoch kein kostengünstigeres Angebot finden.